Western Wall Tunnel

© DEI Jerusalem

Ein Tag unter der Altstadt

Der Teil der Westmauer, den man heute sehen kann, ist fast 50 Meter lang. Da die Tempelmauer in antiker Zeit aber viel länger war, sind Archäologen der Mauer unterirdisch gefolgt. Der Tunnel ist 488 m lang, und um den Besucher die Arbeit der Archäologen zu veranschaulichen, führte uns der Tourguide in einen Raum mit einem Modell des Zweiten Tempels und der Tempelanlage.

Die Archäologen haben bis auf das antike Straßenniveau herunter gegraben, sodass ich den gleichen Boden unter den Füßen hatte wie die antiken Bewohner der Stadt. Wir liefen die Mauer unterirdisch entlang, bis wir auf einen großen Stein in der Mauer aufmerksam gemacht wurden. Das ist einer der größten Steine, die in der Mauer verarbeitet wurden. Uns wurde erklärt, dass er über 500 Tonnen wiegt (ca. zwei Jumbojets)! Wie konnten die Menschen der Antike solche Steine bewegen? In einem kleinen Film zeigte man uns, mit welchen Werkzeugen und Materialien in der Antike gearbeitet wurde und welche Geräte man gebaut hat, um diese Steine zu bewegen. Hier konnte ich sehen, dass man schon in antiker Zeit Kräne und Flaschenzüge benutzte.

© DEI Jerusalem

Die Tour hat eine ganze Weile gedauert, und ich habe auch nicht soviel von der englischen Führung verstanden, aber der Tunnel und die massive Mauer haben mich sehr beeindruckt. Ich habe auch einige Frauen gesehen, die im Tunnel gebetet haben, weil sie dort dem ehemaligen Tempel noch näher sind als an der Westmauer. Deshalb ist die Ausgrabung für Juden auch sehr wichtig. Andererseits ist sie auch sehr umstritten, da sie unterhalb des arabischen Viertels verläuft. Die Tour ist also für politisch Interessierte ebenfalls interessant, und übrigens muss man sich per Email für die Tour registrieren – oder telefonisch anmelden.