Archäologischer Park

© Ina Beyer, Berlin

Salve, liebe Freunde!

Heute begrüße ich euch mal auf Lateinisch zu meinen neuen Blog-Eintrag, denn heute hatte ich es mit den Römern zu tun. Allerdings kann ich von ihnen nichts Gutes berichten, denn sie waren nicht besonders nett zu den Bewohnern Jerusalems. Was sie in Jerusalem angerichtet haben, konnte ich mir heute im Archäologie-Park anschauen. Im Park kann man Funde aus vielen Zeiten anschauen, von Herodes bis zu den Umayyaden (ein arabisches Herrschergeschlecht). Der Park ist gleich neben dem Tempelberg. Hier haben Archäologen das Gelände ausgegraben und untersucht. Mithilfe eines englischsprachigen Audioguides konnte ich mir die Funde erklären lassen. Bevor ich durch den Park gewandert bin, habe ich rechts neben dem Eingang im Besucherzentrum vorbeigeschaut. Hier konnte man in einem Film sehen, wie es hier in antiker Zeit ausgesehen haben muss. Nun wollten wir aber endlich den Park erkunden und all die Orte des Films mit eigenen Augen sehen bzw. was davon noch übrig geblieben war. Hier sieht man u.a. ein rituelles Reinigungsbad, verschiedene Zugänge zum Tempelberg und Überreste der römischen Straßen und Marktgassen. Besonders imposant sind aber die großen Steinquader, die die Römer bei der Vernichtung des Tempels von der Mauerkrone hinuntergeworfen haben und die einen Eindruck von der Brutalität und Zerstörungswut der römischen Besatzer vermitteln.

Geschichte

Der Besuch des Tempels war mit einigen Aufgaben verbunden. So mussten Besucher u.a. eine Tempelsteuer zur Erhaltung des Bauwerkes entrichten. Für gewöhnlich brachten die Pilger auch Tieropfer dar, um Ergebenheit zu zeigen, sich von einer Sünde zu befreien oder aber als Danksagung an Gott, wenn einem Gutes widerfahren ist. Bevor Besucher aber den Tempel betreten durften, gingen sie in ein rituelles Bad, um sich zu reinigen. Nach dieser Prozedur konnten die jüdischen Gläubigen endlich zum Tempelberg und zu ihrem Heiligtum hinaufsteigen.

Dies taten sie über verschiedene Wege. Entweder über die große Steintreppe, die im Archäologie-Park südlich des Tempelbergs noch zu sehen ist, und deren Weg durch die heute zugemauerten drei Tore hindurchführte. Oder aber man bestieg den Tempelberg über einen großen Brückenbogen (Robinsons Arch; benannt nach dem Entdecker), dessen Reste heute noch an der westlichen Mauer zu erkennen sind. Am Fuß des Bogens hat sich hier in antiker Zeit ein Marktplatz befunden, mit vielen Geschäften und Händlern.

© DEI Jerusalem

Die Römer haben seit 63 v. Chr. Einfluss auf Palästina und seine Bewohner genommen, und manchmal kam es dabei zu Reibereien zwischen den Juden und der römischen Besatzungsmacht. Letztlich endeten die Streitereien in einem großen Aufstand, in dem die Juden ihr Allerheiligstes verloren, ihren prächtigen und sagenumwobenen Tempel. Bis heute kann man die Spuren der Verwüstung sehen. Der Oberbefehlshaber der römischen Armee, Titus, ließ die Stadt 70 n. Chr. belagern und aushungern. Letztlich gelangte er auch auf den Tempelberg, ließ den Tempel in Brand stecken und ermordete alle, die sich ihm in den Weg stellten. Dabei stießen sie auch diese gewaltigen Steinbrocken aus der Mauerkrone des Tempelareals. Dort liegen sie noch heute und vermitteln eine ungefähren Eindruck von dem Tumult, der hier am Ende des jüdischen Krieges geherrscht haben muss. Opa und ich wanderten dann noch weiter durch den Park, und dabei entdeckten wir nicht nur das rituelle Bad, von dem der Film erzählte, sondern stießen auch noch auf die Überreste einer ganz anderen Zeit, wie den Palast der Umayyaden.

Zum Archäologie-Park gehts hier lang…