Davids-Zitadelle

Ein Blick über die Dächer der Stadt

© DEI Jerusalem

Meine Zeitreise durch die turbulente Geschichte Jerusalems habe ich heute in der Davids-Zitadelle fortgesetzt. Komischerweise hat sich herausgestellt, dass dieser Ort mit König David gar nichts zu tun hat. Ich fand heraus, dass man lange Zeit fälschlicherweise angenommen hat, dass die Davidstadt sich unterhalb dieser Zitadelle befand. Einige Bauwerke hat man daraufhin dem antiken König zugeschrieben. Heute weiß man jedoch, dass sich die Davidstadt südlich und nicht westlich der Altstadt befindet.

Bevor ich die riesige Festung durchlief, machte ich erst einmal an einem Modell der Zitadelle halt, um mir einen Überblick über das Gebäude zu verschaffen. Die Geschichte der Zitadelle reicht sehr weit zurück, das sah ich u.a. an dem höchsten Turm, der schon von Herodes errichtet wurde. Vieles wurde auch hier während der Revolte der Juden gegen die Römer zerstört, aber als die Muslime über Jerusalem herrschten, erneuerten sie viele Teile der Zitadelle. Sie errichteten eine Moschee, aber auch ein Minarett, das heute als Davidsturm bezeichnet wird und von dem das Museum seinen Namen herleitet. Die Zitadelle selbst kann schon eine ganze Menge von seiner Geschichte erzählen, aber innerhalb der Festung ist heute ein Museum, das die gesamte Geschichte Jerusalems bis in die heutige Zeit umfasst. Von Vitrine zu Vitrine kann man dem Verlauf der über 4000 Jahre alten Geschichte der Stadt folgen. Besonders schön ist hier ein Modell des Felsendoms, das auf der einen Seite geöffnet ist, sodass ich mir endlich mal den Felsendom von innen anschauen konnte. Bisher habe ich ja schon eine ganze Menge zu der antiken und auch mittelalterlichen Geschichte der Stadt gesehen und gehört, hier hatte ich aber auch endlich mal die Gelegenheit, die neuere Geschichte der Stadt kennen zu lernen, auch wenn ich dabei feststellen musste, das das Gerangel um die Stadt sich bis heute fortsetzt.

Nach all den Geschichten über Jerusalem genoss ich es, wieder aus den Museumshallen heraus ins Tageslicht zu treten und über die Weite Jerusalems zu blicken. Dazu läuft man einfach die Stufen hinauf zu den Türmen, hier kann man entspannen und den Ausblick genießen, sodass es einem in diesem Moment schon fast schwer fällt zu glauben, dass es in dieser Stadt so viele Konflikte gibt.