Israel-Museum

Ein Tag im Israel-Museum

Opa erzählte mir, dass im babylonischen Talmud, einer heiligen Schrift der Juden, zu lesen ist: Wer den Tempel des Herodes nicht gesehen hat, hat nie ein Bauwerk von wirklicher Schönheit gesehen. Dieser Tempel ist zwar heute nicht mehr erhalten, und an dieser Stelle steht heute der Felsendom, aber man kann sich zumindest einen Eindruck davon verschaffen, wie er mal ausgesehen haben könnte. Dazu bin ich heute ins Israel-Museum gefahren, denn dort steht ein gigantisches Modell Jerusalems aus dieser Zeit. Der Tempel ist hier das größte und prächtigste Gebäude und sticht einem sofort ins Auge, es ist ein hohes Gebäude mit einer goldenen Mauerkrone, und Opa erklärte mir, dass die Juden in der Antike das Innere des Gebäudes als das Allerheiligste bezeichneten. Darin befand sich u.a. die Bundeslade, eine mit Gold überzogene Truhe, in der die Steintafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt wurden, die Moses auf dem Berg Sinai von Gott empfangen hat. (Diese Geschichte könnt ihr in der Bibel nachlesen).

© Ina Beyer, Berlin

Neben dem Tempel sind hier ganz viele andere Gebäude des alten Jerusalems zu sehen: Von ganz normalen Wohnhäusern über Paläste bis hin zu einer Burg hatte Jerusalem alles zu bieten. Wenn man Englisch oder Hebräisch versteht, kann man sich am Eingang einen Audioguide ausleihen und sich zu den einzelnen Gebäuden etwas erzählen lassen.  Direkt neben dem Modell Jerusalems ist ein seltsam geformtes Gebäude zu sehen, und ich fragte Opa, was es damit auf sich hat. Dieses Gebäude wird als „Schrein des Buches“ bezeichnet, und darin werden antike Schriftrollen des Alten Testaments aufbewahrt. Das Gebäude wurde dem Deckel antiker Tongefäße nachempfunden, in denen diese Schriftrollen aufbewahrt und gefunden wurden in einer Höhle in Qumran. Die längste Schriftrolle ist 7 m lang, und darauf ist das Buch Jesaja geschrieben worden. In dem Gebäude ist es ganz schön unheimlich, aber auch geheimnisvoll, denn es ist stockdunkel, nur die Vitrinen mit den Schriftrollen sind beleuchtet. Neben diesen zwei Hauptattraktionen hat das Museum aber auch noch andere Sachen zu bieten. Man kann hier eine komplette Zeitreise durch die Geschichte Israels machen. Ich habe hier nicht nur Skelette von Menschen und Tieren gesehen, sondern auch Sarkophage, Münzen und vieles mehr. Auch wer moderne Kunst mag, ist im Israel-Museum genau richtig und kann hier in einem Garten Skulpturen anschauen. Für Kinder gibt es einen eigenen Flügel des Gebäudes, und da gibt es eine Menge zu sehen und spielerisch auszuprobieren, und man kann sich hier auch den einen oder anderen Film ansehen. Das Israel-Museum hat sehr viel Spaß gemacht, und wer Jerusalem besucht, für den ist es einfach ein Muss, hier mal vorbei zu schauen.

Ein Besuch lohnt sich allemal und nehmt unbedingt einen Pullover mit, denn das Museum ist ein einziger Kühlschrank…

Hier gehts zum Israel-Museum: http://www.english.imjnet.org.il/htmls/home.aspx